Cold Reading

Der ursprüngliche Begriff des Cold Reading, was sich mit "kalte Deutung" übersetzen lässt, kommt – kaum zu glauben, aber wahr – aus der Zauberei oder besser gesagt aus der Zauberkunst.

Und auch heute ist die "kalte Deutung" in ihrem eigentlichen Prinzip das Gleiche wie zu ihren zarten Anfängen in der Magie: in einem Gespräch versucht man seinem Gesprächspartner zu überzeugen, diesen und dessen Leben mehr oder weniger gut zu kennen, ohne das dies der Wahrheit entspricht – Magie eben!

Dabei wird diese "Magie" in unserem alltäglichen Leben öfters angewandt, als wir vermuten oder gar nur zu denken wagen. Vielmehr werden wir alle sogar des öfteren auf diese "magische" Art und Weise in ein Gespräch verwickelt, als uns nur bewusst wird. Wobei jedoch meist selbst die Person, welche das Cold Reading anwendet, vollkommen unwissend ist, das er oder sie gerade diese Gesprächs-Technik nutzt.

Tatsächlich nutzen mehrere "Gesprächspartner" das Cold Reading: etwa Wahrsager, die mittels dieser Technik doch einiges aus ihren Kunden "herauskitzeln" – wobei das natürlich ganz gezielt und nicht unbewusst ist. Aber auch andere versuchen mittels Cold Reading, Informationen zu bekommen: beispielsweise in Vernehmungen bei der Polizei oder vor Gericht. Aber: Cold Reading wird auch – ob nun bewusst oder unbewusst – im ganz alltäglichen Leben eines Jeden angewandt: in simplen Verkaufsgesprächen.

Hierzu nutzen die Anwender des Cold Reading wiederum das Verhalten ihres Gegenübers und auch teilweise dessen Psyche, um an Wissen zu kommen, das eigentlich nicht vorhanden ist – dem Gesprächspartner aber genau das vermittelt.

Denn jeder gibt – wieder unbewusst – gewisse Dinge von sich preis, die recht gute Anhaltspunkte für das Cold Reading liefern. Diese Dinge können der individuelle Kleidungsstil sein, Gesten und Mimik, die Art, wie man spricht und redet oder auch ganz banale Dinge wie die individuelle Frisur eines Jeden.

Zudem kann bei Cold Reading auch eine Art allgemeine Wahrscheinlichkeit angewandt werden, um dem Gesprächspartner mögliches, aber nicht vorhandenes Wissen vorzutäuschen – ganz einfach durch weit verbreitete Floskeln. Trifft der Anwender des Cold Reading damit (durch reinen Zufall) ins Schwarze, kann dies dem erstaunten Gegenüber Wissen vermuten lassen, dass in Wahrheit gar nicht vorhanden ist, sondern vielmehr erraten wird.

Bei einigen Gesprächspartnern – und noch mehr in ganz bestimmten Situationen – kann man sich jedoch eigentlich schon fast sicher sein, mittels Cold Reading im wahrsten Sinne ausgetrickst zu werden. Beispiele hier wären wie schon die erwähnten Verhöre durch Polizei oder Anwälte, die natürlich mit jedem Mittel an Informationen kommen wollen. Bei Wahrsagern gilt zudem ganz besondere Vorsicht vor dem "magischen Lesen".
 

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