Gerade in Verhandlungen mit Geschäftspartnern oder bei Einstellungsgesprächen kann Cold Reading von einem immensen Vorteil sein, wenn man denn allein die Körpersprache seines Gegenübers (richtig) deuten kann. Tatsächlich lässt sich im beruflichen und geschäftlichen Bereich einiges mittels Cold Reading erkennen, was manchmal vom dem jeweiligen Gesprächspartner nicht gewollt ist – nicht immer sagen wir die Wahrheit und im Geschäftsleben oder Beruf gehört eine meist harmlose Schwindelei schon einmal dazu.
Allerdings lassen sich dank Cold Reading auch böswillige Unwahrheiten und Lügen erkennen, was wiederum speziell in Bewerbungsgesprächen ein großer Vorteil sein kann – für den Arbeitgeber beziehungsweise Personalchef. Allein die Mimik und Gestik des Gesprächspartners, in diesem Fall der Bewerber, sagen eine Menge aus und unterstreichen entweder seine Aussagen oder enttarnen diese als Unwahrheit.
Einige Körpersignale zeigen dagegen wieder Unsicherheit oder Verlegenheit, was ein erfahrener Personalchef nicht als Lüge, sondern eher als Stress in einer besonderen Situation interpretiert, denn nicht jeder von uns ist so cool wie ein Eisblock in der Arktis. Solche Zeichen wären zum Beispiel, wenn der Gegenüber mit seinen Fingern trommelt oder sich an die eigene Nase fasst. Erweiterte Pupillen deuten wiederum auf ein reges Interesse hin, zusammengepresste Finger(kuppen) dagegen sollen eine bestimmte Aussage hervorheben.
Vorsicht gilt allerdings bei anderen (meist) recht eindeutigen Körpersignalen, die man mittels Cold Reading jedoch schnell und (fast) sicher als solche erkennen kann. Wenn etwa jemand einen oder gleich mehrere Finger auf seinen Mund legt, hält er oder sie Informationen zurück, die mitunter wichtig sein können. Als Beispiel könnte man hier gewisse ungenaue Antworten auf Fragen deuten, die beispielsweise den Kündigungsgrund eines Arbeitnehmers in seiner alten Firma angehen.
Wenn sich jemand dagegen gern über das eigene Kinn streichelt, zeigt dies eine persönliche Selbstgefälligkeit an. Hier könnte man im Cold Reading Schlussfolgerungen ziehen, dass beispielsweise solche Personen ungern im Team arbeiten, weil sie die berühmten Lorbeeren allein für sich ernten wollen. Gefestigte Personen erkennt man ebenfalls an bestimmten Körpersignalen, etwa Hand- und Armbewegungen, welche oberhalb der Gürtellinie erfolgen. Hier zeigt sich keine Arroganz, sondern lediglich eine Sicherheit, seinen Mann (oder Frau) stehen zu können, ohne dabei allerdings überheblich zu sein.
