Tatsächlich ist Mimik wie ein Spiegel zur Seele, jedes Muskelzucken kann durchaus interpretiert werden, wenn man weiß, worauf es zu achten gilt. Und selbst hier gilt es lediglich zu beobachten, Psychologie muss keiner studiert haben, um aus der Mimik seines Gegenübers Informationen quasi heraus zu lesen – ganz im Sinne von Cold Reading. Ob man dies nun als reines Partyspiel nutzt oder aber tatsächlich versucht, so versteckte Informationen in Beruf oder Geschäftsleben zu erhalten, sei jedem selbst überlassen. Im Endeffekt kann die Mimik und Cold Reading durchaus helfen, Fehler nicht zu begehen oder gar vor Betrüger warnen.
Wie aber kann gerade die Mimik des Gegenübers Informationen preisgeben, die für Cold Reading genutzt werden können? So schwer ist das in der Realität nicht, nur ein bisschen übung und bewusstes Beobachten gehören dazu.
Schon der Mund eines Jeden von uns gibt eine Menge preis, ohne das wir selbst es manchmal überhaupt merken – oder auch wollen. Der berühmte Schmollmund dürfte selbst dem "Ungeübten" genug sagen: hier ist jemand entweder auf Betteln aus oder hat gar ein schlechtes Gewissen und will sich – irgendwie – entschuldigen. Doch Mund und Lippen verraten vieles mehr oder können dies zumindest, wenn man die Mimik deuten kann.
Wenn etwa nur ein Mundwinkel hochgezogen ist, deutet das auf Arroganz hin, oder aber auf Zynismus wie auch eine (gefühlte) überlegenheit. Alle drei Deutungen tragen natürlich nicht dazu bei, den Gegenüber als besonders sympathisch einzuschätzen, kann aber im Cold Reading genutzt werden. Tatsächlich könnte eine (angebliche) überlegenheit des Gegenübers genutzt werden, indem man etwa irgendetwas in der Hinterhand hat und mit einem überraschungseffekt aufwarten kann. Speziell im Geschäftsleben könnte man dank Cold Reading so entweder auf Vorsicht "schalten" oder aber wie im Poker den Geschäftspartner bluffen und dadurch einen Vorteil erringen.
Noch weitaus interessante beim Cold Reading sind die Augen des Gegenübers. Einen offenen Blick kann man als ehrlich interpretieren. Dagegen sollte man von zu langen intensiven Blicken Abstand nehmen: diese gelten bedrohlich, ja sogar als Angriff. Cold Reading ist also nichts anderes, als seinen Gegenüber zu deuten, anhand der eigentlichen Mimik lässt sich vieles erraten. Dabei ist es vollkommen belanglos, ob man dieses erlangte Wissen als ein Spiel sieht, etwa auf einer Party, oder aber "geheim" hält und dementsprechend nutzt.
